Drahtseilakt für 4 hoffnungsvoll überforderte Clowns
Theater Thikwa in Koproduktion mit dem Theater zum Westlichen Stadthirschen
Eintritt: 15 / 10 Euro
Ein Experiment im Sprachlabyrinth auf einer zunehmend von weißen Mäusen bevölkerten Bühne. Vier ganz und gar unterschiedlich sprachfähige und sprechwillige Schauspieler konfrontieren sich mit bekannten und weniger bekannten Textminiaturen von Franz Kafka und reagieren darauf. Es entwickelt sich ein unberechenbares Spiel aus merkwürdigen Begegnungen an der Grenze, wo aus Laut Klang, aus Klang Sprache und aus Sprache Sinn entstehen. Du musst nur die Laufrichtung ändern, sagte die Katze zur Maus, und fraß sie. Ja gasam Gongrea hala pena adle Kahte pard Maus pa.
Ein Drahtseilakt für vier hoffnungsvoll überforderte Clowns, die Kafka statt ins Herz auch schon mal in eine Plastiktüte schließen...
Vor dem Gesetz, Bericht für eine Akademie und Der Geier sind einige der 14 ausgewählten Erzählungen, die die Textgrundlage bilden für szenische Miniaturen sonderbarer Zustände und grotesker Stimmungen, voll bizarrer Komik und klaren Bildern. Eine Expertenrunde von Kafka-Exegeten diskutiert die letzten beiden Sätze in Der Steuermann: "Was ist das für ein Volk! Denken sie auch oder schlurfen sie nur sinnlos über die Erde?" Karol Golebiowski rezitiert auf unnachahmliche Weise den gerade neu entdeckten Kafka-Text Der Hochsitz. In Eine Kreuzung verschmelzen die vier Akteure zu einer seltsamen, nie gesehenen Kreatur. Und in Josefine, die Sängerin begeistert eine zum Gesang unfähige Mäusediva ihre Fangemeinde. Wie die Tiere in Kafkas Erzählungen fungieren die Darsteller in ihrer besonderen Konstellation als Lotsen, Boten und Führer. Sie erlauben unerwartete Einblicke in ihre, unsere und Kafkas Welt.
In deutscher Sprache
Dauer: 70 min o. Pause
Mit
Corinna Heidepriem
Dominik Bender
Wolfgang Fliege
Karol Golebiowski
Recherche / Regie Dominik Bender,
Anke Mo Schäfer
Bühne / Kostüme
Isolde Wittke
Licht
Urs Hildbrand
Foto: Martin Pfahler